Der kleine UHU – Baubericht

Der Kleine UHU von Graupner kam in seiner ersten Version bereits 1956 auf den Markt. Damals war das Modell ein Freiflugmodell für die Jugendarbeit und als solches für den ungesteuerten Freiflug konstruiert. Ein ferngesteuertes Modell war damals kaum erschwinglich, schon gar nicht für Jugendliche. Innerhalb der vergangenen Jahre und Jahrzehnte hat Graupner den „Kleinen UHU“ immer wieder neu erfunden. Damit ist das Aktuelle Modell quasi ein kleiner UHU 7.0 _img5156Zwar gab es auch schon in der Vergangenheit abgewandelte Varianten des UHU die für den Einbau einer Fernsteuerung vorgesehen waren, die Aktuelle Ausgabe ist aber der erste „kleine UHU“ der von Anfang an einen RC-Einbau vorsieht. Der kleine UHU Art. 4316 lässt sich zwar prinzipiell schon als RC Modell bauen, Neben Servos, Empfänger und Empfängerakku müssen aber auch  die Bowdenzüge für die Ruderanlenkung de V-Leitwerks noch beschafft werden und es fehlt auch das RC-Einbaubrett und die Ruderhörner. All dies ist bis auf den Empfänger jedoch im RC-Ausbausatz, den Graupner unter der Artikel Nr. 4316.90 anbietet enthalten.

Ich gehe davon aus, dass nahezu alle UHUs heute als RC Modelle gebaut werden, deshalb behandelt dieser Artikel im Folgenden nur noch die RC Variante. Der Baubericht taugt aber sicher auch als Vorlage für die Freiflug Version. Die gute mit anschaulichen Grafiken bebilderte Bauanleitung deckt beide Varianten ab. Die Fotos für meinen Baubericht sind an zwei verschiedenen Orten entstanden. Die Tragfläche entstand, wie die Fotos belegen in einer gut ausgestatteten Werkstatt. Da ist jedoch nicht nötig. Holzleim und Schleifklotz sind bereits im Baukasten enthalten und so braucht man an Werkzeug eigentlich nur noch:

  • Bleistift
  • Bastelmesser
  • Lineal
  • Ein Brett als Unterlage
  • Ein paar Stoßnadeln, notfalls Stecknadeln
  • Klebeband
  • und etwas Sekundenkleber u. Aktivator

Wer es sehr eilig hat, kann die Holz auf Holz Verklebungen wie wir das auch getan haben natürlich auch mit Sekundenkleber, dann aber bitte ohne Aktivator ausführen. Man sollte sich aber darüber im klaren sein, dass dann wirklich sorgfältig gearbeitet werden muss. Zum einen ist die Verbindung dann nach dem Zusammenfügen nicht mehr korrigierbar. Zum anderen sind Verklebungen mit Sekundenkleber sehr spröde und können sich, wenn sie nicht sorgfältig ausgeführt sind, in der Luft lösen.

Die Tragfläche

Der Kleine UHU BauberichtFür die Tragfläche werden auf dem Baubrett zunächst die Nase (34) der Fläche mit der im Baukasten befindlichen flachen Dreiecksleiste (36) verklebt, dann kommt die Fahne (37) aus Balsaholz darauf. Der Hinweis in der Bauanleitung, man solle darauf achten eine rechte und eine Linke Tragfläche zu bauen ist übrigens nicht einfach so zu überlesen. Passt man nicht auf, hat man schwubs 2 rechte oder 2 linke Tragflächen. Hat man mit Sekundenkleber gearbeitet ist hier der Bau, bis zur Beschaffung eines 2. Baukastens schon zu Ende.

Im nächsten Schritt werden die Flächenhälften auf Profil geschliffen. Ist dies erledigt, können die Flächenhälften und die noch fehlenden Flächenohren schon zu einer Tragfläche komplettiert werden. Dazu werden zunächst die kleinen Balsa-Dreiecksleisten (38) an die Flächenenden angeklebt und mit dem Bastelmesser grob auf Profil geschnitten und mit dem Schleifklotz angepasst. Dann erst werden die Flächenohren (39) angeklebt. Achtung !!! diese bestehen jeweils aus 2 Teilen. und müssen vorher zusammengeklebt werden.

Im letzten Bauschritt für die Fertigstellung der Tragfläche werden nun beide Flächenhälften an der Wurzel angeschrägt und mit dem Flächenverbinder, der ebenfalls aus 3 Teilen zusammengeklebt werden muss, verbunden. Praktisch ist, dass hier der mitgelieferte Schleifklotz als Leere für die V-Form benutz werden kann. Beschrieben ist dies sehr anschaulich, wenn auch ohne Worte in der Bauanleitung Punkt 7.-9. auf Seite 36.

Verwendet man statt dem beiliegenden Holzleim Sekundenkleber geht der Bau der kompletten Tragfläche bis hier in nur rund einer Stunde von Statten. Mit Holzleim kommen die Trocknungszeiten dazu. Obwohl man das Modell sicher auch in rohem Zustand fliegen kann, sollte man das empfindliche Balsa Holz der Tragfläche etwas härten und gegen Feuchtigkeit schützen. In der Anleitung empfohlen ist hierfür Porenfüller. Verdünnter Parkettlakk auf Wasserbasis ist aber eine erprobte Alternative.

Der Rumpf

Der_Kleine_UHU_BauberichtWurde der Bau der Fläche, durch die Bauweise als Jedelsky Fläche gegenüber einer klassischen Rippenfläche stark vereinfacht, so kommen beim Rumpf klassische Holzbautechniken zum Einsatz. Der Bau eines Rumpfes ist nunmal nicht so mit der Angst vor Baufehlern belegt wie der Flächenbau, und so kann der neue UHU Eigner doch noch ein bisschen den Schleifklotz schwingen. Aber keine Angst, schwierig ist auch das was jetzt kommt nicht und ein Fertigrumpf wäre nur halb so „cool“.

Die Anleitung schreibt vor das untere Rumpfbrett und das Heckrohr aus Carbon zunächst auf einem Baubrett auszurichten und zu fixieren. Aufgrund der hervorragenden Vorfertigung der Teile, ist das aber nicht zwingend notwendig. Ein paar Bastelklammern halten die Teile beim Aushärten des Klebers auch in Position und sorgen für ein „gerades Flugzeug“ Beim Rumpf sollte man sich allerdings überall dort, wo mehrere Schichten Holz verklebt werden, oder wo viele Teile zueinander ausgerichtet werden müssen, die Zeit nehmen mit dem beiliegenden Express Holzleim zu kleben. Hier wäre Sekundenkleber einfach ein zu hohes Risiko für unabänderliche Baufehler.

Die vorderen 3 Spanten (3, 4, 5) können allerdings getrost nach dem Ausrichten mit der Lehre (48)  mit einigen Tropfen Sekundenkleber fixiert werden. Das Einkleben der letzten beiden Spanten (6, 7), des Carbonrohrs und der beiden Stützdreiecke (8) verlangt dann aber nach einiger Sorgfalt. Hier entscheidet sich ob der Rumpf nachher gerade ist und das Flugzeug ordentlich fliegen wird.

Ebenfalls sinnvoll ist die Verwendung von Holzleim beim Aufschichten des Klotzes für die Rumpfnase (11, 12, 13) und beim Anbringen der Stringer (14) und schließlich des Überganges zum Heckrohr (9, 10)

Das Heckleitwerk

_img5153Bevor der Rumpf fertiggestellt wird, widmen wir uns dem Heckleitwerk. Die beiden Leitwerkshälften (32) sind bereits Laser-geschnitten im Baukasten enthalten und brauchen vor dem Zusammenkleben nur noch mittels der ebenfalls im Kasten enthaltenenen Winkellehren (46) angeschliffen werden. Am besten geht das über der Kante eines Basteltisches, dem ein Paar Schleifspuren mehr nichts anhaben können. Nach dem Anschanieren der Ruder (29) kann das Leitwerk dann am Ende des Carbonrohrs verklebt werden. Achtung um ein gut fliegendes Modell zu erhalten ist es sehr wichtig sich beim Ausrichten wirklich Mühe zu geben und aufzupassen das bis zum Aushärten des Klebstoffes (Holzleim oder 5min Epoxy) nichts verrutschen kann.

Einbau der RC Komponenten

Das Servobrett (51) wird nun in den Rumpf geklebt. In der Originalanleitung ist dieser Schritt bei Nr. 18, vor dem Bau des Heckleitwerkes vorgesehen, das kann man auch so machen, wenn man Holzleim verwendet ist dieser bis zu diesem Zeitpunkt bereits sicher getrocknet.

Als nächstes gilt es die Bowdenzugröhrchen für die Anlenkung der Ruder durch das Carbonrohr und den Holzrumpf zu verlegen. Laut Bauanleitung sollen nun die Servos mit Holzleim im Rumpf eingeklebt werden. Ich habe immer ein ungutes Gefühl Servos, die nicht unbedingt zu 100% dicht sind mit Leim zu bestreichen. Deshalb ziehe ich es vor das als Untergrund dienende Holz mit Leim oder Epoxy zu versiegeln und die Servos Selbst mit gutem Doppelseitigem-Montageband einzukleben. Auch das empfohlene Aufkleben einer Perle als Sicherung für das Servogestänge ist mir nicht geheuer. Hier ziehe ich eine saubere, am besten mit einer Abkröpfzange, notfalls mit einer Spitzzange, gefertigte Abkröpfung des Gestänges vor. ACHTUNG !!! bevor die Servos eingebaut werden, diese unbedingt mittels Servotester oder Fernsteuerung in die Null-Position bringen.

Rumpf und Kabinenhaube fertig stellen

_img5154 Nach dem Einbau der RC Komponenten kann der Rumpf an den Seiten geschlossen werden. Auch wenn es auf den ersten Blick noch nicht danach aussieht, biegt der Bau nun auf die Zielgerade ein. Aus den insgesammt 6 Teilen (17, 18) entsteht die Kabinenhaube. Zusammen mit dem Abdeckteil (16), welches ein Loch für den Zugang zur Ballastkammer in der Rumpfnase hat wird damit der Rumpf oben geschlossen. Wichtig ist, dass bei der RC Version NICHT wie auf Seite 25 beschrieben die Haube aufgeklebt wird, sondern wie auf der Fogenden Seite beschrieben ein Dübel (19) aus Holz aufgeklebt wird damit die Haube später zum Einbau des Empängers und des Akkus abnehmen zu können. Gehalten wird das Ganze im zusammengebauten Zustand von den Flächengummis. Als einer der letzten Bauschritte wird die Rumpfspitze und Haube mit dem Bastelmesser und Schleifklotz in Form gebraucht.

9 Gedanken zu „Der kleine UHU – Baubericht

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    13. Oktober 2017 um 18:37
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    Hallo und danke für die gute Beschreibung.
    Was mir aber leider noch nicht klar ist: was benötige ich denn außer Art. 4316 und 4316.90 noch mindestens, um den kleinen UHU als RC-Modell fliegen zu lassen? Einen Empfänger und eine Fernsteuerung, aber was müssen die mindestens können? Wieviele Kanäle etc.?
    Hast du einen Tip für einen Einsteiger, der nicht so viel Geld ausgeben möchte?
    Danke!

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    29. April 2017 um 18:02
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    Hallo ML!

    Habe es ersteigert…Leider ist für 50Eur der Schwerpunkt im Bauplan nicht mehr bezeichnet…Doch beim Jolly à 30Eur war es immer noch… Ich möchte einen dritte Servo einbauen (Schleppseil). aber wo genau??? sind 60mm ab Vorderkante OK? Danke!!

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      29. April 2017 um 21:55
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      Verzeihung, habe es gefunden! 45mm vom Haubehintern

  • Pingback: Das bringt Graupner 2017 | Modellflugwelt cloud38

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    7. Februar 2017 um 22:43
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    Der kleine UHU hatte nie ne Fernsteuerung

    • ML
      7. Februar 2017 um 23:24
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      Richtig!

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    14. November 2016 um 23:38
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    Danke für die Bauanleitung ich habs zwar noch nicht ganz durchgelesen aber ich werd das Teil mit meinem Neffen Bauen…Der ist 7 und mein erster Fan ..er steht total auf Flugzeuge und so kann ich ihm sein erstes bauen und er kann aktiv mitmachen…Ich finde es gut euch bei Facebook zu haben eigentlich ist es auch der einzige Grund warum ich Facebook überhaupt noch hab …Ich hab für so was eigentlich keine Zeit…Weil ich entweder Fliege oder Arbeite oder halt für meine Familie da bin …

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      14. Juni 2017 um 10:54
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      Schön zu lesen, ich bekam zu meinem 7. Geburtstag (25.12.1973) meinen ersten Kleinen-Uhu-Baukasten von meinem Vater geschenkt. Von da an war ich infiziert 🙂
      (Mein Vater hatte sich aber unter Kontrolle 😉 und stand mir beim Bau nur mit Rat und Tat zur Seite)

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