SkyRC Sparrow 120

 

Der Modellbau bietet immer wieder neue Herausforderungen, das ist das Schöne an diesem Hobby. Es ergab sich also die tolle Gelegenheit, den SkyRC Sparrow 120 testen zu dürfen. Die Race-Copter-Szene war mir bisher ziemlich unbekannt, bin ich doch eher im RC-Segelflug zu Hause. Insofern gehe ich diesen Test aus genau dieser Perspektive, nämlich die eines „Greenhorns“ in der Szene, an. Das Interessante ist, dass sich ein komplett neues Feld an Herausforderungen eröffnete, allerdings zeigen sich dann auch genau die Probleme, die man als Einsteiger in solch ein Thema zwangsläufig erfährt.

Diese Probleme können dazu führen dass man sehr schnell die Lust an dem Hobby verliert. Das ist auch der Grund warum es wichtig ist, einen guten Fachhandel in der Nähe zu haben. Das ist zu Mindestens in Braunschweig mit „HEMPEL Modellflugwelt“ gegeben. Dort war man sich nicht zu schade, Probleme mit dem Produkt mit mir gemeinsam zu lösen. Diese Probleme resultierten z.T. aus einem Problem mit der Firmware als auch aus meiner Unerfahrenheit mit der Materie. Ich hatte aber den festen Willen dieses Feld zu erschließen, was dann auch gelang.

 

Der Sparrow 120 ist ein ziemlich wettbewerbsfähiger Race-Copter-Frame, der bereits mit Antrieb, Main-Board, 5,8GHz Video und FPV-Kamera ausgerüstet ist. Die Abmessungen sind sehr handlich, handelt es sich doch um einen 120mm Frame. Das sehr geringe Gewicht hat nicht nur den Vorteil deiner erhöhten Crashfestigkeit, sondern bietet auch noch rechtliche Vorteile. Copter über 250 Gramm fallen in eine besondere, regulierte Kategorie der neuen Luftfahrt VO, dieser hier wiegt weniger.  Weiterhin: der Preis von unter 200€ ist beeindruckend, sind die Komponenten doch durchaus brauchbar. Besonders beeindruckend ist die schiere Power, die die vier kleinen Brushless-Außenläufer dem Copter verleihen. Die Flugeingenschaften des kleinen Geräts sind dabei absolut berechenbar. Allerdings sollte man des Helifliegens schon mächtig sein, ein Racecopter ist kein Anfängergerät. Die Beschleunigung ist absolut beeindruckend, und zwar egal ob schlicht vertikal oder in horizontaler Flugrichtung. Genauso schnell hat man den Copter wieder abgebremst oder in einem „Turn“ in die entgegengesetzte Flugrichtung manövriert. Interessant aus der Perspektive der ersten Person („First-Person-View“ oder FPV) ist , dass man eigentlich keine typischen Modellflug-Fähigkeiten mehr braucht, hat man doch nicht mehr das Problem des Entgegenkommens und somit des Umdenkens beim Steuern. Auf einmal verliert die Agilität des Copters seine Herausforderung, da man genau weiß, in welchem Winkel und in welcher Richtung das Gerät gerade fliegt, Korrekturen sind aus erster Perspektive sofort möglich. Gewöhnen muss man sich nur an die Geschwindigkeit in Bodennähe, wo man diese auch wahrnimmt. Man legt in kurzer Zeit sehr große Entfernungen zurück. Obwohl ich das jetzt nicht testen konnte: es macht bestimmt irre Spaß an einem Copter-Rennen teilzunehmen und durch einen Parcours zu fliegen. Ohne FPV ist so etwas wohl gar nicht möglich, oder nur mit „Superkräften“ machbar.

 

Als Main-Board wird das bekannte Naze-Board verwendet, das mit der Open Source-Software Cleanflight oder Betaflight konfiguriert werden kann. Hier ergaben sich auch die Schwierigkeiten, da die Software zur Firmware des Boards passen muss. Leider war in der Auslieferungs-Serie eine ältere Firmware als die des aktuellen Cleanflight installiert. Das bedeutete, dass man den Copter komplett auf Null setzten musste, was durch Brücken vor winzig kleinen Kontakten auf der Platine durchzuführen ist. Den Copter musste man dafür auseinander bauen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn man solch ein Gerät übers Internet in China bestellt und man alleine mit den Problemen dasteht. Ein „Hoch“ auf den deutschen Fachhandel und die Kollegen, die sich noch um Kunden intensiv kümmern!

Ist man erst einmal selbst Fit geworden, ist das Vorgehen eigentlich einfach und normal, man muss nur wissen was man tun darf und was nicht. Als Akku kommen 3S-Lipos mit 400-1000mAh zum Einsatz. Leider sind die Beine des Copters zu kurz für die dicken Akkus. Macht aber nichts, da man sowieso meistens im Gras startet und landet.

Wie ist der Sparrow nun als Paket zu bewerten?

Wie gesagt, er ist komplett und er funktioniert. Das Board, die Motoren und der Frame sind wirklich allerste Sahne! Gespart wurde definitiv an der Kamera, der Antenne und meines Erachtens auch am Videosender. Bei meinem Exemplar war die Reichweite bei 25mW nicht akzeptabel. Alles in allem gab es aber auch andere Berichte zur Reichweite, die ich aber persönlich nicht bestätigen kann. Glücklicherweise kann man mit relativ geringem Aufwand den Copter mächtig nach vorne bringen. Die Stock-Kamera neigt zum Verziehen des Bilds bei hoher Geschwindigkeit und wurde durch eine Profikamera für schlappe 40 Euro ersetzt. Das Video-Board wich einem ImmersionRC Tramp HV mit kurzer Cloverleaf-Antenne von CTC-Elektronik, und alles war danach hervorragend. Insgesamt habe ich noch einmal ca. 100€ investiert und habe jetzt einen Copter mit dem ich nachhaltig Freude an dem Racecopterfliegen haben dürfte. Eines möchte ich nicht ganz verschweigen: insgesamt braucht man schon noch einige 100 Euro mehr, z.B.  für eine gute Videobrille, Sender und Empfänger. Ohne die Brille kann man zwar mit dem Copter fliegen, aber nicht aus der FPV-Perspektive.

Insgesamt hat sich diese Story zu einer Erfolgsstory gemausert. Den SkyRC Sparrow 120 kann ich nur weiterempfehlen. Er ist, auch als Paket, absolut geeignet für den Einstieg in das Hobby, vorausgesetzt man kann Helifliegen. Trotz FPV muss man zwingend in der Lage sein, das kleine Teil auch aus der Sicht der „zweiten Person“, also der des normalen Modellfliegers, zu starten und zu landen.

Also geht meine Empfehlung an den erfahrenen Modellflieger oder Helipiloten. Ein toller Einstieg ins Thema, eine tolle Erfahrung mit dem Sparrow ist mit Sicherheit gegeben.

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